Upskilling: So qualifizieren Sie sich weiter

Upskilling: So qualifizieren Sie sich weiter

Berufsleben | 21.02.2024

Ob zur Sicherung des Arbeitsplatzes, für neue Karrierechancen oder eine höhere Zufriedenheit im Job - Upskilling lohnt sich! Lesen Sie, wie Sie Ihre Employability durch gezielte Weiterbildung signifikant steigern.

Die Arbeitswelt befindet sich im permanenten Wandel. Getrieben von der Digitalisierung und Automatisierung müssen Arbeitnehmer heutzutage so flexibel wie nie zuvor sein. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, reicht es nicht mehr aus, sich einmalig für einen Beruf zu qualifizieren. Kontinuierliche Weiterbildung und Upskilling sind unabdingbar geworden.

Doch was genau ist Upskilling und wie können Arbeitnehmer davon profitieren? In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick darüber, warum ein kontinuierlicher Qualifizierungsaufbau des eigenen Skillsets so wichtig ist. Sie erfahren, mit welchen Methoden Sie Ihre Fähigkeiten zukunftssicher ausbauen können und welche Vorteile Ihnen das bringt.

WAS IST UPSKILLING?

Upskilling bezeichnet die Erweiterung und Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten und Qualifikationen. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen können Arbeitnehmer neue Skills erlernen und bestehende Kompetenzen ausbauen. Das Ziel des Upskillings ist es, den eigenen Skillset an die Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen und die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen.

Upskilling umfasst verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung wie das Absolvieren von Online-Kursen, Trainings, Zertifikaten, Bootcamps oder auch ein berufsbegleitendes Studium. Die Lerninhalte können fachliche Hard Skills sowie Soft Skills wie beispielsweise Kommunikation, Rhetorik oder Projektmanagement beinhalten.

WARUM IST UPSKILLING IN DER HEUTIGEN ARBEITSWELT UNERLÄSSLICH?

Der technologische Fortschritt und die Automatisierung vieler Prozesse führen dazu, dass sich Qualifikationsanforderungen schnell verändern. Lebenslanges Lernen ist daher in der modernen Arbeitswelt unabdingbar geworden. Ohne kontinuierliches Upskilling riskieren Arbeitnehmer den Anschluss zu verlieren.

Die Halbwertszeit des Wissens wird immer kürzer. Aktuelle Qualifikationen können schnell veralten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Fachkräfte ihre Fertigkeiten laufend erweitern. Auch die Unternehmen erwarten motivierte Mitarbeiter, die sich ständig weiterbilden.

Viele Tätigkeiten werden zunehmend von digitalen Systemen übernommen. Upskilling ist daher wichtig, um die eigene Beschäftigung durch den Erwerb neuer, nicht-automatisierbarer Kompetenzen zu sichern.

Dieser Fortschritt erfordert von den Arbeitskräften, ihre Fähigkeiten kontinuierlich anzupassen. Um die Herausforderungen des Wandels zu meistern, müssen zukunftsfähige Qualifikationen erworben werden.

Upskilling ist unerlässlich, um langfristig beschäftigungsfähig zu bleiben und mit der Entwicklung Schritt zu halten.

VORTEILE VON UPSKILLING FÜR ARBEITNEHMER

Upskilling lohnt sich! Als Arbeitnehmer profitiert man von Weiterbildung auf verschiedenen Ebenen:

KARRIERECHANCEN

Durch den Ausbau des fachlichen Know-hows und das Erlernen neuer Skills eröffnen sich neue berufliche Möglichkeiten. Upskilling erleichtert den Aufstieg, Wechsel des Aufgabengebiets oder auch einen kompletten Jobwechsel.

Durch Weiterbildung in digitalen Kompetenzen können Arbeitnehmer ihre Attraktivität für Unternehmen steigern und sich leichter für neue Jobs qualifizieren.

GEHALTSSTEIGERUNG

Mit einem erweiterten Skillset lässt sich in der Regel auch ein höheres Gehalt bei den bestehenden oder neuen Arbeitgebern erzielen. Qualifizierte Fachkräfte sind sehr gefragt.

SELBSTVERTRAUEN UND ZUFRIEDENHEIT

Die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich zu erweitern, stärkt das Selbstbewusstsein. Upskilling steigert auch die Zufriedenheit im Job und die Motivation.

Upskilling in agilen Methoden ermöglicht es, eine höhere Position mit mehr Verantwortung zu übernehmen.

WIE MAN MIT UPSKILLING BEGINNT

Für Einsteiger eignen sich Online-Kurse, um erste Einblicke in neue Themen zu erhalten und die Lernroutine zu etablieren. Beliebte Anbieter sind:

  • Udemy

  • LinkedIn Learning

  • Udacity

  • Coursera

Bei der Kursauswahl sollten Arbeitnehmer darauf achten, dass die Inhalte zu ihren Lernzielen und Karriereplänen passen. Empfehlenswert ist es mit aktuellen, gefragten Fähigkeiten zu beginnen wie Programmieren, digitale Tools, Projektmanagement etc.

Auch die Zeitintensität der Kurse sollte zur eigenen Situation passen. Für Einsteiger eignen sich kompakte Nanodegrees. Fortgeschrittene können sich auch für umfangreichere Zertifikatsprogramme entscheiden.

LANGFRISTIGE STRATEGIEN FÜR ERFOLGREICHES UPSKILLING

Um das erworbene Wissen dauerhaft anzuwenden und auszubauen, ist es wichtig, kontinuierliche Lernroutinen zu etablieren statt einmaliger Workshops. Hilfreich sind:

  • Regelmäßige Zeitfenster für Weiterbildung einplanen, z.B. 1 Stunde pro Woche

  • Praxisnahe Lernprojekte durchführen

  • Netzwerken und Erfahrungsaustausch mit anderen

  • Learning-on-the-job durch Mentoren

Auch die eigene Beschäftigungsfähigkeit sollte man kontinuierlich analysieren. Wo gibt es Skill-Lücken? Welche zukunftsträchtigen Fähigkeiten sollte man sich aneignen? So lässt sich Upskilling strategisch planen.

Besonders für Führungskräfte ist Upskilling wichtig, um die Veränderungen in der Belegschaft und bei den benötigten Talenten zu verstehen.

Die Nutzung von firmeninternen Upskilling- und Reskilling-Programmen erleichtert die Anpassung an veränderte Anforderungen.

UPSKILLING ODER RESKILLING?

Upskilling unterscheidet sich von Reskilling, da es die Weiterentwicklung bestehender Fähigkeiten meint, während Reskilling die komplette Neuorientierung und Umschulung für einen neuen Job bezeichnet. Als Beispiel für Reskilling kann ein Buchhalter gelten, der sich zum Softwareentwickler umschulen lässt.

Sollte man den Arbeitgeber einbeziehen?

Bei der Entscheidung, in der Freizeit oder sogar während der Arbeitszeit am Upskilling teilzunehmen, stellt sich oft die Frage, ob der Arbeitgeber in diesen Prozess einbezogen werden sollte. Das hat sowohl potenzielle Vorteile als auch mögliche Nachteile:

Vorteile

Anerkennung: Viele Arbeitgeber schätzen proaktive Mitarbeiter, die ihre berufliche Weiterqualifizierung ernst nehmen. Dies kann auch die Chancen auf eine Beförderung oder einen Karrieresprung erhöhen.

Kostenbeteiligung: Es ist möglich, dass der Arbeitgeber einen Teil oder die gesamten Kosten übernimmt, insbesondere wenn sie für den Job relevant ist.

Praktische Anwendung: Nach erfolgreichem Abschluss einer Weiterbildung können Mitarbeiter schneller die Gelegenheit bekommen, ihre neu erworbenen Kenntnisse im Arbeitsumfeld anzuwenden.

Berücksichtigung im Dienstplan: Bei Kursen, die in die reguläre Arbeitszeit fallen, kann der Arbeitgeber dies im Dienstplan berücksichtigen und somit sicherstellen, dass der Mitarbeiter sowohl an den Weiterbildungsmöglichkeiten teilnehmen kann als auch seine regulären Aufgaben erfüllt.

Nachteile

Mögliche Fehlinterpretation: Einige Vorgesetzte könnten den Wunsch nach weiterer Qualifizierung als Zeichen von Unzufriedenheit oder als Ambition interpretieren, die Firma zu verlassen.

Druck und Erwartungen: Das Teilen der Absichten kann Druck auf den Mitarbeiter ausüben, die Weiterbildungmaßnahmen erfolgreich abzuschließen, selbst wenn persönliche Umstände einen Abbruch rechtfertigen würden.

Es ist daher sinnvoll, nicht nur den Arbeitgeber zu informieren, sondern auch das offene Gespräch zu suchen. In einem klärenden Dialog kann man die Gründe und Ziele der Weiterentwicklung darlegen. Es ist hilfreich, dabei zu betonen, dass das Upskilling sowohl der persönlichen als auch der beruflichen Weiterentwicklung dient und letztendlich dem Unternehmen zugutekommt. Ein verständnisvoller Arbeitgeber wird diese Initiative in der Regel unterstützen und fördern.

CHECKLISTE: IN 5 SCHRITTEN ZUM ERFOLGREICHEN UPSKILLING

Upskilling muss keine Herausforderung sein. Mit dieser Checkliste gelingt die kontinuierliche Weiterbildung:

1: Lernbedarf analysieren

  • Wo gibt es Qualifikationslücken und Verbesserungspotenzial?

  • Welche Trends und Entwicklungen gibt es in Ihrer Branche?

Nutzen Sie Feedbackgespräche, um Lücken zu identifizieren. Recherchieren Sie Trends in einschlägigen Medien.

2: Lernziele und -methode festlegen

  • Formulieren Sie konkrete Lernziele

  • Wählen Sie passende Lernform (Online-Kurse, Zertifikate, Webinare, Training)

Formulieren Sie SMART-Lernziele. Wählen Sie die dazu passenden Lernforen aus.

3: Das richtige Lernangebot finden

  • Vergleichen Sie verschiedene Anbieter und Angebote

  • Achten Sie auf Qualität, Umfang und Preis

Nutzen Sie Vergleichsportale und Bewertungen. Achten Sie auf angesehene Anbieter.

4: Effektiv lernen

  • Bauen Sie Lernzeiten in Ihren Alltag ein

  • Kombinieren Sie Theorie mit praktischer Anwendung

Tipp: Nutzen Sie die Pomodoro-Technik, um Lernzeit gut zu strukturieren. Setzen Sie sich zum Lernen einen Timer für 25 Minuten und machen dann 5 Minuten Pause. Wiederholen Sie diesen Zyklus mehrmals, damit Sie konzentriert in kurzen Einheiten lernen.

5: Gelerntes anwenden und ausbauen

  • Setzen Sie Ihr neues Wissen im Arbeitsalltag um

  • Bleiben Sie am Ball und lernen Sie kontinuierlich weiter

Wenden Sie das neu erworbene Wissen Schritt für Schritt im Arbeitsalltag an. Starten Sie mit kleineren Aufgaben, bei denen Sie Ihre neuen Fähigkeiten einsetzen können. So gewinnen Sie Sicherheit mit dem Gelernten.

Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten, wie Sie Ihre neuen Skills am besten in Ihre aktuelle Tätigkeit einbringen und sinnvoll nutzen können. So unterstützt Sie Ihr Chef dabei, das neue Wissen effektiv im Arbeitsalltag umzusetzen.

Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich Upskilling effektiv in den Berufsalltag integrieren.

BRANCHENSPEZIFISCHE TIPPS FÜR ERFOLGREICHES UPSKILLING

Die konkreten Anforderungen an Upskilling unterscheiden sich je nach Branche und Berufsfeld. Hier einige Tipps für ausgewählte Bereiche:

IT-Branche

Besonders gefragte Skills sind hier Programmiersprachen wie JavaScript oder Python. Aber auch Cybersicherheit, Cloud Computing und KI-Wissen sind wichtig. Empfehlenswert sind Nanodegrees, Zertifikate von Anbietern wie Coursera oder edX sowie die Teilnahme an Coding Bootcamps.

Produktion und Fertigung

Digitale Kompetenzen wie der Umgang mit Simulationssoftware, Datenanalyse und Prozessoptimierung sind in der smarten Produktion unverzichtbar. Auch Soft Skills wie Kommunikation und Projektmanagement sind gefragt. Firmeninterne Weiterbildungen und Praxis-Trainings sind hier oft der beste Weg.

Finanzbranche

Expertise in neuen Technologien wie Blockchain oder digitalen Bezahlsystemen ist hier gefragt. Webinare, Online-Kurse und Zertifizierungen zu diesen Themen erweitern das eigene Profil. Auch Soft Skills wie Kundenberatung und Verhandlungsgeschick sind wichtig.

Gesundheitswesen

Medizinisches Fachpersonal sollte digitales Wissen zu Telemedizin, KI-Diagnostik und digitaler Dokumentation erwerben. Kommunikation und emotionaler Umgang mit Patienten sind ebenfalls gefragte Soft Skills. Neben Zertifikaten empfehlen sich hospitationsbegleitende Weiterbildungen.

Handel und Verkauf

Im Handel sind vor allem digitale Kompetenzen für Online-Vertrieb und Datenanalyse relevant. Auch Soft Skills wie Kundenservice, Verhandlung und Teamwork sind in jeder Organisation gefragt. Firmeninterne Trainings oder Online-Kurse zu digitalem Marketing und E-Commerce eignen sich zum Upskilling.

Erfahrungsbericht

"Durch gezieltes Upskilling habe ich meinen Berufsweg entscheidend vorangebracht", berichtet Max P. (36), der als Sachbearbeiter in einer Versicherung tätig war. "Mein Job wurde trotz Job Rotation immer monotoner und ich wollte mich weiterentwickeln. Also habe ich nebenbei mit Online-Kursen zu Programmieren und Datenanalyse begonnen."

Nach Erwerb erster Zertifikate erhielt Max die Chance, in einem Datenanalyse-Projekt mitzuarbeiten. "Ich konnte meine neuen Skills gleich praktisch umsetzen. Das hat mir viel Motivation gegeben." Sein Engagement blieb nicht unbemerkt. "Mein Chef war so begeistert, dass ich ein internes Weiterbildungsprogramm und Trainings für Data Science absolvieren durfte", berichtet Max.

Heute arbeitet er als Data Analyst in einem anderen Unternehmensbereich. "Durch Upskilling in einem zukunftsträchtigen Bereich habe ich für meine Karriere einen großen Sprung nach vorn gemacht. Ich kann jedem empfehlen, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich auszubauen." Sein nächstes Lernziel ist ein Zertifikat in Künstlicher Intelligenz.

FAZIT: DIE ZUKUNFT DES LERNENS UND DER WEITERENTWICKLUNG

Upskilling ist ein zentraler Schlüssel, um als Arbeitnehmer dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten gehört im heutigen Berufsleben einfach dazu.

Um persönlich und beruflich voranzukommen, sollten Arbeitnehmer die unzähligen Möglichkeiten der digitalen Lernwelt strategisch für sich nutzen. Lebenlanges Lernen ist keine Option mehr, sondern ein Muss. Die gute Nachricht: Es war noch nie so einfach, sich neue Skills anzueignen wie heute.

Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.